Googles Tipps zur Analyse von Trafficverlusten

Chart zeigt Trafficverluste

Sie öffnen die Google Search Console. Mit Schrecken stellen Sie fest, dass Ihr Traffic stark eingebrochen ist. Nun stellt sich die Frage: Was tun? Daniel Waisberg, Search Advocat bei Google, gibt in Googles Search Central Blog Tipps zum Vorgehen bei der Analyse von Trafficverlusten.

 

Hauptursachen für Trafficverluste

Wenn Sie unvermittelt weniger Klicks auf Ihre Website bekommen, gilt es, die Ursache hierfür zu bestimmen. Ein Rückgang an Traffic aus den organischen Suchergebnissen kann verschiedene Gründe haben. Diese können anhand spezifischer Muster im Suchtraffic identifiziert werden. Daniel Waisberg geht in seinem Artikel auf die 5 wichtigsten Gründe für einen Trafficeinbruch ein:

Technische Probleme

Technische Fehler auf der Website können Google am Crawlen, Indexieren oder Bereitstellen der Inhalte für Nutzer hindern. Das können beispielsweise eine falsch konfigurierte robots.txt, ein nicht erreichbarer Server oder nicht auffindbare Seiten sein.

Sicherheitsprobleme

Google warnt seine Nutzer, sollte die Suchmaschine eine Bedrohung für deren Sicherheit feststellen. Daraufhin werden viele potentielle Nutzer Abstand vom Besuch Ihrer Website nehmen. Ihr Traffic sinkt.

Manuelle Maßnahmen

Stellt Google Verstöße gegen seine Richtlinien für Webmaster fest, kann der Suchmaschinenriese eine manuelle Maßnahme verhängen. Diese kann zum Ausschluss einzelner Seiten oder der gesamten Website aus den Suchergebnissen führen.

Veränderungen am Algorithmus

Um die Suchergebnisse bestmöglich an die Wünsche seiner Nutzer anzupassen, verändert Google ständig den zugrundeliegenden Algorithmus. Große Algorithmus-Updates, die sogenannten Core-Updates (wie z.B. das Core Web Vitals-Update, BERT, Panda oder Penguin), aber auch kleinere Änderungen können einen Einfluss auf den organischen Suchmaschinentraffic haben.

Änderung des Nutzerinteresses

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie stark das Nutzerinteresse sich innerhalb kürzester Zeit wandeln kann. Solche externen Faktoren haben einen großen Einfluss auf das Suchverhalten. Trends und Saisonalitäten können ebenso zu einem Anstieg oder Abfall im Suchvolumen führen.

 

Verschiedene Arten von Trafficeinbrüchen weisen verschiedene Muster auf 

 

So analysieren Sie Trafficmuster

Waisberg empfiehlt, bei Trafficverlusten, zunächst einen Blick auf das Übersichts-Chart in der Google Search Console zu werfen. Hier erhalten Websitebetreiber eine Zusammenfassung wichtiger Informationen. Er schlägt folgendes Vorgehen vor:

  • Erweitern Sie den Darstellungszeitraum auf 16 Monate. Dadurch wird ersichtlich, ob der aktuelle Trafficeinbruch auf saisonale Schwankungen in den Suchanfragen zurückzuführen ist. Dieser ist an einer sich jährlich wiederholenden „Delle“ im Suchinteresse zu erkennen.
  • Vergleichen Sie den Zeitraum des Trafficeinbruchs mit einem ähnlichen Zeitraum. Nutzen Sie alle verfügbaren Informationen, um herauszufinden, ob die Veränderung lediglich einzelne Suchanfragen, URLs, Länder, Endgeräte oder Darstellungsformen in der Suche betrifft. Achten Sie darauf, die gleiche Anzahl an Tagen zu vergleichen, bestenfalls sogar die gleichen Wochentage. Dieses Vorgehen hilft Ihnen dabei, zu bestimmen, was genau sich verändert hat.
  • Analysieren Sie verschiedene Arten der Suche. So finden Sie heraus, ob die Web-Suche, die Bildersuche oder die Suche nach Videos oder News vom Einbruch betroffen ist.

Untersuchen Sie Branchentrends

Wer sich noch detaillierter mit dem Einbruch seines organischen Traffics auseinandersetzen möchte, kann zusätzlich Google Trends zurate ziehen. Mit Hilfe dieses Tools können Sie herausfinden, ob nur Ihre Website von Trafficeinbrüchen betroffen ist oder ob Ihre ganze Branche unter einem Rückgang des Suchinteresses leidet. Das Suchinteresse wird beispielsweise bestimmt durch:

  • Veränderungen im Nutzerinteresse: Ausgelöst durch externe Faktoren, wie beispielsweise eine Pandemie oder ein neu gelaunchtes Konkurrenzprodukt, kann das Interesse am eigenen Produkt sinken.
  • Saisonalität: Manche Produkte werden nur während einer bestimmten Saison nachgefragt. Bewegen Sie sich in einem solchen Markt, sollten Sie diesen Fakt bei der Analyse von Trafficschwankungen immer im Hinterkopf behalten.

Analytisches Vorgehen ist gefragt

Ist Ihr Traffic eingebrochen, heißt es zunächst: Ruhe bewahren. Bevor Sie Adhoc-Maßnahmen ergreifen, um wieder mehr Traffic zu bekommen, sollten Sie zunächst klären, wodurch der Trafficverlust verursacht wurde. Wenn die Gründe hierfür bekannt sind, lassen sich sinnvolle Maßnahmen definieren, um den Traffic auf die eigene Seite wieder zu erhöhen.

 

Quellen: